Kaffee aus Kenia

Kaffee aus Kenia gehört mit zu denen die ich am Liebsten trinke. Daher wurde ich hellhörig, als ich im Blog von Stephen Leighton einen Eintrag über seine Reise nach Kenia las. Leighton ist Besitzer von Has Bean Coffee in Stafford (UK), reist regelmäßig in die Anbaugebiete des Kaffees und berichtet darüber.

Kaffee aus Kenia

Kaffees aus Kenia waren für ihre klaren Aromen bekannt, sie erinnerten an schwarze Johannisbeere mit ausgeprägter Säure. In letzter Zeit fiel es Leighton in Kenia jedoch zunehmend schwerer Kaffees von außergewöhnlicher Qualität zu finden. Die Qualität der Ernten schwankte sehr stark. Den Gründen der Qualitätsschwankungen und der Veränderung der Kaffees aus Kenia geht er in eben erwähntem Blogeintrag auf den Grund.

Ertrag vs. Qualität

In Gesprächen mit den Menschen vor Ort schien die Frage nach dem Ertrag das wichtigste Thema zu sein. Alle in Anbau, Ernte und Aufbereitung beteiligten scheinen das Ziel zu verfolgen möglichst viel Kaffee von den Pflanzen zu ernten. Leighton gibt hier zu bedenken, dass die Steigerung des Ertrags den Boden und die Pflanzen stärker auszehrt, und somit einen direkten Einfluss auf die Qualität des Kaffees hat.

Die Zukunft gehört den Kooperativen

Während bis vor Kurzem die Einzelfarmer das Bild des Kaffees in Kenia prägten, fällt Leighton auf, dass die Zukunft den Kooperativen gehört. Dies liegt vor allem daran, dass der wirtschaftliche Gewinn durch Bebauung der Ländereien höher ist als wenn sie mit Kaffee bewirtschaftet werden. Die Farmer achteten in der Vergangenheit auf die Qualität des Kaffees und pflegten die älteren Pflanzenarten weiter. Es ist wichtig, dass in Zukunft auch die Kooperativen auf qualitativ hochwertigen Kaffee achten.

Anerkennung für die harte Arbeit

Eines der wichtigsten Themen ist es die harte Arbeit der Farmer anzuerkennen. Auch wenn Kaffeebauern in Kenia bei weitem nicht reich sind, leben sie in einem Land das ein sehr gut organisiertes System hat, und es möglich macht einen guten Ertrag durch Kaffee zu erwirtschaften. Spezialitäten Kaffee ist nach wie vor ein Nischenprodukt – und wir sind anstrengend, da wir hohe Ansprüche haben. In einem Land in dem die Erträge schon recht hoch sind, ist es daher mehr als verständlich sich auf den Ertrag zu konzentrieren, da die Nachfrage vorhanden ist.

Der Trend geht zu jüngeren Varietäten

Viele Organisationen geben den Farmern den Rat die alten Pflanzen auszureißen und jüngere Varietäten zu pflanzen, da mit ihnen ein höherer Ertrag zu erzielen ist. Die herausragenden Varietäten SL 28 und SL 34 werden auf diese Weise durch Batian and Ruiru 11 ersetzt. Diese Varietäten kommen besser mit dem Klimawandel zurecht. Leider wirkt sich diese Entwicklung eher negativ auf die Geschmacksqualität des Kaffees aus.

Klimawandel

Der Klimawandel hat massive Auswirkungen auf den Kaffeeanbau. In Zentralamerika kämpfen die Kaffeefarmer mit einem Pilz (Roya), der die Blätter der Kaffeepflanzen befällt. Ausgehend von Afrika hat sich ein Insekt verbreitet, das die Kaffeefrucht nutzt um seine Eier zu legen. Durch die Veränderung der Temperatur und die Unberechenbarkeit des Regens werden die Erntezeiten immer unvorhersehbarer. All das hat Auswirkungen auf die Arbeit der Menschen vor Ort, auf die Ernte und letztendlich auch auf die Qualität des Kaffees.

Resümee

Auch wenn es mittelmäßige Kaffees auf den Cupping-Tischen gab, fand Leighton einige wirkliche Höhepunkte. Um weiter außergewöhnliche Kaffees aus Kenia genießen zu können sieht Leighton sowohl die Möglichkeit mehr für guten Kaffee zu bezahlen, aber auch die Beziehungen mit den Menschen zu vertiefen die sehr guten Kaffee produzieren. Da die Nachfrage nach Kaffee aus Kenia ständig wächst sieht er die Preise des Kaffees steigen, was er für eine gute Entwicklung hält.

Abschließend nochmals der Link zum Original: »A Cup of Blackcurrant Juice« im hasblog.co.uk.

„It depends.“ – Antworten von Lukas Kolbe

Wir freuen uns sehr, dass Lukas Kolbe seine Kaffeeleidenschaft mit uns teilt, und sich die Zeit genommen hat Antworten auf unsere Fragen zu formulieren. Und so eröffnet er diese Interviewserie mit Röstern deren Kaffees wir lieben.

Lukas Kolbe, sonntagmorgen.comLukas ist Head Bean Browner und Geschäftsführer bei sonntagmorgen.com. Das Team von Sonntagmorgen betreibt ein Blog, ist auf Twitter und Facebook zu finden, und veröffentlicht Bilder auf flickr.

Das Blog von Lukas findet ihr hier, und falls ihr es nicht sowieso schon tut, folgt ihm doch auch gleich auf Twitter.

Wann trinkst Du Deinen ersten Kaffee, und wann Deinen letzten?
Kaffee ist oft das Erste, was ich nach dem Aufstehen mache. Danach kann – langsam! – der Tag kommen.

Den letzten Kaffee des Tages trinke ich meistens zwischen Vier und Fünf – ich versuche, nicht zuviel Kaffee zu trinken, was mir oft nicht leicht fällt. Bei mehr als 5 (großen) Tassen am Tag oder Kaffee nach 6 findet mein Körper, dass gesunder Schlaf ja eigentlich völlig überbewertet ist – dann brauche ich oft mehrere Tage, um das Schlafdefizit wieder auszugleichen.

Dass ich recht empfindlich auf Koffeein reagiere hat mich am Anfang meiner Reise in die Kaffeewelt ziemlich gestört, aber mittlerweile finde ich das sogar vorteilhaft. Umsomehr kann (muss!) ich die wenigen Tassen am Tag genießen!

Auf welche Art bereitest Du am liebsten Deinen Kaffee zu?
Chemex. Hario-Filter. Kalita-Filter. Aeropress. Und zwar in beliebiger Reihenfolge – ziemlich Tagesformabhängig. Meistens ist es aber der Hario-Filter, weil der immer greifbar ist und sehr konsistente und leckere Ergebnisse bringt. French-Press mag ich nur in der Theorie (der Kaffee wird oft toll, aber sobald ich Krümel in der Tasse habe vermiest mir das den Genuß).

Verrätst Du uns wie Du das genau machst?
Es gibt ein schönes Video von Matt Perger:


Quelle: Dear Coffee I love You: The Matt Perger Method v60

Bevor ich das Video kannte, waren meine Filteraufgüsse mit dem Hario-Filter oft etwas inkonsistent, was mich sehr geärgert hat, da habe ich meistens die Aeropress benutzt. Matt’s Methode ist simpel, einfach konsistent zu halten und erzeugt einen verdammt leckeren Kaffee, ohne dass man viel darüber nachdenken muss (wenn man den richtigen Mahlgrad einmal gefunden hat). Wenn ich aber mehr als 600ml auf einmal zubereiten muss, nehme ich die Moccamaster. Kleine Portionen kann ich besser, große Portionen die Maschine.

Die wichtigsten Dinge (in dieser Reihenfolge) um leckeren Kaffee zu machen sind:

  • leckerer Kaffee!
  • eine möglichst gute Mühle
  • eine Waage
  • ein Timer

Wie kamst Du zum Kaffeerösten? Wie lange röstest Du schon selbst?
Gute Frage. Irgendwann kurz nach der Schule begann ich mich für Kaffee zu interessieren – vor allem war ich Neugierig, wie es sein kann, dass dieses bittere Gesöff, das nur mit einem guten Schuß Milch und 4 Stück Zucker überhaupt genießbar gemacht werden konnte, so verbreitet sein kann. Damit habe ich wohl die Büchse der Pandora geöffnet. Kurze Zeit später habe ich all meine Zeit und mein Geld in mein neues ‘Hobby’ investiert und wurde mit jeder neuen Kaffeesorte und jeder neuen Zubereitungsart immer neugieriger, ermuntert auch durch Foren wie toomuchcoffee.com und das deutsche Kaffee-Netz.

Ganz speziell zwei Personen habe ich viel zu verdanken: Steve Leighton von Hasbean Coffee, der mich mit seiner Begeisterung und Begeisterungsfähigkeit immer angespornt hat und dem ich viele Blicke über meinen Horizont hinaus verdanke ebenso wie meine erste Aeropress anno 2006, und James Hoffmann, der immer alles hinterfragen muss und der es „als erster“ gewagt hat, im Espresso einen kenianischen Kaffee einzusetzen. Das kam damals ja fast einer Blasphemie gleich, war aber vedammt lecker im Cappuccino, der plötzlich zum Fruchtcocktail wurde.

So etwa alle zwei Wochen dachte ich, jetzt endlich den Heiligen Gral des Kaffeegenusses gefunden zu haben, nur um dann wieder alle meine frisch eingeprägten Vorurteile über Board werfen zu können. Ich begann als Barista zu arbeiten (glücklicherweise in einem der wenigen Coffee-Shops zu der Zeit, die das mit dem guten Kaffee ernst meinten und mittlerweile all ihre Kaffees selber importieren – siehe Unten).

Zu dieser Zeit, um 2005, habe ich dann auch das erste mal selber Kaffee geröstet – im Gasofen meiner damaligen WG. Das ist nicht lecker geworden, aber es schmeckte nach Kaffee – und so ging die Reise dann weiter. Selber rösten war eine logische Weiterentwicklung auf der Suche nach dem Genuss. Dass ich jetzt in der Rösterei vor dem 15kg-Röster stehe und Kaffee nicht mehr nur für mich selbst röste kann ich manchmal immer noch kaum fassen.

Gibt es eine Anbauregion deren Kaffee Du am liebsten trinkst?
Äthiopien und Kenia. Ich liebe fruchtige Kaffees, mag das saftige Mundgefühl eines guten kenianischen Kaffees ebenso wie manche trocken aufbereiteten ziemlich extremen Kaffees aus Äthiopien. Aber immer wenn ich mich auf eine Region festgelegt habe als „Die Referenz“ kommt ein Kaffee vom anderen Ende der Welt daher und überrascht mich. Je tiefer ich in die Kaffeewelt einsteige, je weniger kann ich absolute Aussagen darüber treffen. Die richtige Antwort ist oft: „It depends.“

Welchen Stellenwert hat für Dich der Kontakt zu den Menschen in der Anbauregion der Kaffees die Du röstest?
Mein bisher erster und einziger Kontakt in den „Ursprung“ ist Juan: von den Farmen seiner Familie beziehen wir unsere kolumbianischen Kaffees. Dieser Kontakt wird mir immer wichtiger: professioneller Kaffeeröster bin ich nun seit etwas mehr als einem Jahr, d.h. den Zyklus, den der Kaffee nach der Ernte durchläuft, wie er sich verändert und was das für die Qualität bedeutet, das habe ich bisher genau ein mal mitgemacht.

So ziemlich genau jetzt, wenn die Ernte 2012/2013 aus Kolumbien in unseren Häfen einläuft, kann ich das Erste mal fundiert mit Juan über die Höhen und Tiefen unserer Kaffees sprechen. Ergebnisse daraus, mögliche Veränderungen in der Verarbeitung oder beim Pflücken, können frühestens in einem Jahr sichtbar werden. Dieser Prozess ist sehr langwierig. Ich bin sehr gespannt, wie sich diese Beziehung entwickelt – ich bin ja auch nur einer von vielen Kaffeeröstern, die Juan mit Kaffee versorgt. Wir haben gut die Hälfte des Lots „El Zapfte“ gekauft. Übrigens unser beliebtester Kaffee in 2012!

Alle anderen unserer Kaffees beziehen wir von spezialisierten Kaffee-Importeuren. Mercanta z.B., ein recht kleiner Kaffeehändler aus England, spezialisiert auf richtig gute Kaffees und engagiert u.a. beim Cup of Excellence. Sie leisten hervorragende Arbeit und pflegen langjährige Beziehungen zu ihren Partnern in den Kaffeeanbauregionen, von denen wir als Kaffeeröster profitieren durch hervorragende Kaffees und natürlich auch die Transparenz bis hin zur einzelnen Farm oder Kooperative. Diese Kaffees sind natürlich teurer als „normale“ Qualitäten, die von Händlern mit der gleichen Personaldecke, aber sehr viel mehr Durchsatz angeboten werden. Das ist aber ein Mehrpreis, der sich bis in den Ursprung fortsetzt – und durch die konstante Arbeit an der Verbesserung der Qualität auch nachhaltig ist. Ich glaube an eine Welt in der besserer Kaffee auch mehr Geld für diejenigen bedeutet, die ihn so gut machen.

Welcher Deiner selbst gerösteten Kaffees hat Dich zuletzt überrascht? Womit hat er Dich überrascht?
Seit Anfang des Jahres röste ich nicht mehr allein: mein guter Freund Jan-Christoph ist als Verstärkung im Team mit dabei. Der direkte Austausch zwischen uns hat dazu geführt, dass wir einige Röstprofile über den Haufen geworfen und nochmal am Reißbrett angefangen haben, und direkt das erste Experiment war geglückt: der Kenia Kagumoini AB, den wir zusammen geröstet haben, ist deutlich saftiger und klarer geworden. So sehr, dass wir beide 2-3 Wochen lang fast keinen anderen Kaffee mehr trinken wollten! Gerade im direkten Vergleich zwischen den Röstungen hat mich das ziemlich umgehauen, denn auch vorher war er schon ziemlich lecker.

Das war (schon wieder!) eine dieser Situationen, in denen man Vorurteile über Board werfen muss um zu erkennen, dass der Spielraum hin zu noch besserem Kaffee nie kleiner wird und es immer etwas zu verbessern gibt. Ich mag das.

Welchen Röstgrad bevorzugst Du?
Ganz früher dachte ich, ein Epsresso muss glänzen. Heute finde ich, dass ölüberzogene Kaffeebohnen meistens eine Fehlröstung sind.

Etwas später war ich fest davon überzeugt, dass nur richtig hell gerösteter Kaffee ein guter Kaffee sein kann. Heute finde ich, das helle Röstungen ihre Daseinsberechtigung haben – vor allem als Instrument, um die Qualität eines Kaffees zu beurteilen. Richtig lecker werden sie nur mit absolut defektfreiem Kaffee, der völlig frei von über- und unterreifen Kirschen ist und auch sonst viele Bedingungen erfüllen muss.

Klar, nobles Ziel, aber die Realität ist: selbst die Besten der Besten der Besten Kaffees sind oft nicht 100% frei davon. Es gibt immer mehr Projekte und Importeure, die sich damit beschäftigen, einen solchen Kaffee herzustellen – und das ist auch gut so. Diese Kaffees erzielen auch sehr hohe Preise, was ebenso toll ist.

Aber vergesst bitte nicht: jede Farm, die einen 95-Punkte-Kaffee herstellt, stellt zwangsweise auch weniger guten Kaffee her. Vergesst nicht, dass es neben dem halben % der Top-Lots auch 99,5% Kaffee gibt, der möglicherweise nicht den eigenen Qualitätskriterien entpricht. Von 0,5% der Ernte kann aber niemand leben (die Zahlen sind völlig aus der Luft gegriffen und sollen nur mein Argument verdeutlichen – ich kenne eine brasilianischen Farm, die mit 3% ihrer Ernte 15% ihres Umsatzes erzielt). Es passiert leicht, dass man auf der Suche nach Dem Perfekten Kaffee™ den wirklich guten Kaffee nebenan schlicht übersieht. Eben weil er nicht ganz perfekt ist.

Die Antwort auf die eigentliche Frage ist auch hier wieder ein herzhaftes „It depends!“.

Nur ganz dunkle Röstungen mag ich meistens nicht. Das ist die Domäne der größeren Röstereien, die defekte in ihrem Rohkaffee oder im Röststil kaschieren müssen. Aber auch hier gilt wieder: auch sie haben eine Daseinsberechtigung. Was soll man denn mit dem vielen schlechten Kaffee machen der produziert wird – etwa wegwerfen? Kompostieren? Klar ist das Ziel, besseren Kaffee herzustellen und die Lebensumstände der Anbauenden zu verbessern. Besserer Kaffee wird schlicht auch besser bezahlt.

Welches ist Dein Lieblingskaffee einer anderen Rösterei?

Armin Machhörndls Kenia Gatomboya AA, mit dem er auch den deutschen Brewers Cup gewonnen hat, ist einfach großartig. Toller Kaffee, toller Typ. Hätten wir in Deutschland 2005 schon mehr von seinem Schlag gehabt, wäre ich wohl nicht Kaffeeröster geworden – ich hätte ihnen einfach all mein Geld gegeben und wäre nie auf die Idee gekommen, mit Selber rösten vielleicht etwas besser machen zu können ;)

Und ein zweiter, all-time-favourite, wenn ich darf: Hasbean’s Guatemala El Bosque Amatitlan Red Bourbon. Best Coffee Ever. Leider kauft der gute Mann immer den Besten Teil der Ernte exklusiv auf. Das nehme ich ihm natürlich nicht krumm, ist sein gutes Recht – da bin ich nur neidisch und möchte das auch eines Tages machen können :)

Wenn Du einen Kaffee trinken gehst, welches Café bevorzugst Du?
Immer noch und immer wieder in den Coffee-Store in Bielefeld. Die – für mich – spannendsten Veränderungen begannen dort erst nachdem ich schon wieder aufhörte dort als Barista zu arbeiten. Technisch waren sie schon immer auf hohem Niveau, was man auch an den vielen Barista-Meisterschafts-, Latte-Art-, Coffee in Good Spirits- Titeln sehen kann, die dort und in den anderen Coffee-Stores über die Jahre eingefahren wurden. Mittlerweile gibt es dort ausschließlich Kaffees, die sie selber importieren, und durch die aktive Zusammenarbeit mit den Farmen in Brasilien, Indien und Mexiko entstehen immer wieder spannende (und mitunter äußerst seltsame oder abenteuerliche) mini-Lots, wie ein Liberica-Kaffee von dem es nur einen oder zwei Sack gab, oder interessante hochqualitative Canephoras.

In Berlin ists für mich das Chapter One Coffee, die manchmal sogar auch mal unseren Kaffee im Ausschank haben.

In der Nähe unserer Rösterei gibt es in Bückeburg das Haus Palmenburg: seit über einem Jahr gibt es dort in schöner Athmosphäre unseren Kaffee zu trinken, und auch hier gibt es einen ständigen Austausch, was den Kaffee graduell immer besser werden lässt.

Vielen Dank für den wunderbaren Kaffee und Deine Antworten Lukas.

Kaffeemühle und so

Ich will heute gerne ein paar Worte über Kaffeemühlen verlieren und dabei will ich vor allem drei Dinge vermitteln die mir wichtig sind.

  • Kaffeemühlen sind essentiell für den Kaffeegenuß.
  • Handmühlen sind viel besser als ihr Ruf.
  • Elektrische Kaffeemühlen mit Schlagmesser sind ein No-Go.

Warum ist eine Kaffeemühle so wichtig? Wer guten Kaffee will, möchte in der Regel auch einen tollen Geschmack und eine Vielfalt von Aromen. Diese Aromen sind leider sehr flüchtig und in der ganzen Bohne noch am allerbesten gebunden. Beim Mahlen und kurz danach gehen über die Hälfte der flüchtigen Aromen flöten und sie landen definitiv nicht mehr in deiner Tasse. Deswegen spricht vieles dafür den Kaffee so kurz wie möglich vor dem Brühen erst zu mahlen.

Besonders viel muß eine Kaffeemühle eigentlich ja gar nicht können. Man sollte den Mahlgrad einstellen können, man sollte Kaffee mahlen können und einmal eingestellt sollte die Mühle den Kaffee vor allem gleichmäßig mahlen. Ich weiß, dann kommen gerne noch Anforderungen dazu wie „sie sollte aber auch nicht so laut sein“, „sie sollte nicht so eine Sauerei machen“ oder auch „ sie sollte nicht so groß sein denn die Espressomaschine nimmt schon soviel Platz weg“ aber das sind Faktoren die ich hier nicht näher beleuchten will.

Bei meinen drei Hauptanforderungen wird auch schon sehr schnell deutlich wieso eine Mühle mit elektrischen Schlagmessern sehr unsinnig ist. Man hat weder eine Einstellungsmöglichkeit um den Mahlgrad festzulegen und das Ergebnis ist auch alles andere als gleichmäßig. Also für unsere Bedürfnisse sehr ungeeignet. Hinzu kommt noch dass die Kaffeebohnen bei dieser Art Mühlen ohne ein Mahlwerk eher zerhackt als wirklich gemahlen werden.

Im Gegensatz dazu kann man bei einer Handmühle in der Regel, zum Teil bestimmt auch etwas mühselig, den Mahlgrad einstellen und das Kaffeemehl ist, je nach Zustand des Mahlwerks, schön gleichmäßig gemahlen. Wir bekommen also quasi alles was wir wollen.

Nicht jeder hat immer die Zeit oder Muse vor dem Kaffee auch noch die Handmühle anzuschmeissen, insofern sind elektrische Mühlen ein klarer Vorteil. Eine ordentliche Handmühle bekommt man allerdings schon ab +/-50 Euro und für eine ordentliche elektrische Mühle sollte man vermutlich eher 3-4 mal soviel ausgeben.

Fußnote: Ich bin auch nur ein Mensch und da ich aktuell ausschließlich eine Handmühle benutze nehme ich mir eine 250g Packung Espresso auch mal gern frisch gemahlen mit, die kommt bei mir nämlich in etwa 10 Tagen weg ;-)

Röstung und Zubereitung

Eben stolperte ich über einen älteren Artikel im Blog von Stephen Leighton von Has Bean. In diesem Eintrag spricht er darüber, dass es ihm wichtiger ist durch die Röstung das Beste aus einem Kaffee herauszuholen, anstatt ihn durch ein Röstprofil an eine bestimmte Zubereitungsart zu binden.

I think that the roast style has nothing to do with the brew method of the coffee, nor do I believe that you should roast coffee differently for those different styles. I think I owe it to the coffee to let it be the very best that it can, if that means playing with a profile that may not suit the majority of peoples pre conceptions of a brew method then I can live with it. What I couldn’t live with is not present the coffee the best I believe it can be.

On saying this I don’t think a roast will suit all brew methods an omniroast, but it will be what it will be, it may be inclined towards brewed or espresso. I really enjoy some times a darker roasted coffee in the filter just as some times I’ll play with a lighter more delicate bean in espresso its all part of the fun, but what I want from each cup is delicious tasty coffee that is a wonderful expression from the farmer.

Vom Sinn und Unsinn der Angabe des Röstdatums

Letzte Woche hatte ich Urlaub und war, wie man das halt so als Kaffeeliebhaber macht, Kaffee kaufen. Also ab zur nächstgelegenen Kaffeerösterei. Da ich für den Urlaub mit einer „normalen“ Kaffeemaschine Vorlieb nehmen musste nahm ich dort zwei hauseigene Filterröstungen mit und noch einen abgepackten Espressoblend einer anderen Rösterei.
Im Gespräch und fachsimpeln vertieft und meine wartende Familie bereits im Rücken fiel mir im Laden nicht auf was ich kurz später zu Hause mit großer Verwunderung und Enttäuschung feststellte. Auf den Papiertüten (mit Plastikinnenfolie) stand wirklich null Info zum Kaffee. Auf dem einen stand mit Edding noch „Mexico“ auf dem anderen nur der Name der Mischung aber das war´s.
Kein Röstdatum? Kein MHD? Kein Mischverhältnis, geschweige denn welche Kaffees hier verwendet wurden?
„Das kann´s echt nicht sein“, dachte ich und zur Enttäuschung kam natürlich dazu, dass der eine Filterkaffee schonmal nach nichts (mehr) roch.

Vom MHD (Mindesthaltbarkeitsdatum) des abgepackten Espresso konnte ich zumindest rückdatieren dass der Kaffee relativ frisch war. Aber bei den Filterkaffees, kein Chance. Keine Ahnung wie lange der da schon offen in der Schütte lag.

Wenn ich Kaffee bei einer Rösterei direkt kaufe dann will ich gern wissen, wann der geröstet wurde und was genau da drin ist, denn ich will dass der Kaffee möglichst frisch, oder besser gesagt nicht schon alt ist und ich kenne meine Vorlieben was Espressoblends angeht inzwischen ganz gut und will natürlich dass mir der Kaffee auch schmeckt. Ohne diese Faktoren kann ich mir den ganzen Zirkus auch sparen und auf alle Ewigkeit tazpresso trinken, da weiß ich nämlich das er mir schmeckt.

Was hat es mich früher schon immer genervt, was ausnahmslos für nichtssagendes Geschwafel auf den Kaffeetüten im Supermarkt stand. Von „auserlesenen Provenienzen“ war da die Rede, von „Gourmet Kaffee“ und von „königlichem Hoflieferanten“, aber relevante Infos zum Kaffee, seiner Herkunft, seiner Aufbereitung und seiner Röstung… Fehlanzeige! Insofern ärgert es mich nicht nur als Kunde, wenn von „kleinen“ Röstereien aus welchen Gründen auch immer ähnlich verfahren wird und damit letzten Endes Vertrauen verspielt wird.

Wie siehst du das? Mich interessiert wie eure Erwartungen sind wenn ihr Kaffee kauft oder bestellt. Welche Infos sind für euch interessant bzw. vielleicht sogar entscheidend für den Kauf?