Amerika im Schwarzen Goldrausch

Immer wieder schön, einfach so unkommentiert hier ein Video zu posten während man schon seit Tagen am nächsten Blogpost feilt. Fand den Bericht sehr interessant und finde das der Barista in der Reportage original wie der Sänger von Thrice aussieht. geht das noch wem so?

Wußte übrigens nicht das Portland so ein Kaffee-Mekka sein soll, wieder was gelernt.

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(hier ein verlinkter Screenshot der zum Video in der ARD Mediathek verweist, hoffe die Reportage ist dort noch eine Weile online)

Fair gehandelter Kaffee – Ein Buch mit vielen Siegeln

Gestern war ich auf der „Fair Handeln“ Messe“ in Stuttgart. Eigentlich wollte ich darüber einen kleinen Blogpost schreiben und veranschaulichen wie toll und unterstützenswert das alles ist. Doch das Thema Fairer Handel und im Speziellen, Fairer Kaffeehandel, ist komplex, soviel ist mir mal wieder klar geworden. So sind bekannte Siegel wie „Fairtrade“ z.B, was die Strenge der Kontrollen angeht angeblich eher lasch. So erklärt es sich dann auch, dass man auf das Fairtrade Siegel u. a. bei Lidl und Starbucks stößt. Beides nicht unbedingt Namen die man direkt mit Fairem Handel(n) verbinden möchte, oder? Siegel wie „Bioland“ agieren nur national und sind somit auf keinem Kaffee zu finden, dafür aber auf Milch, die für uns ja auch nicht gänzlich uninteressant ist. „Naturland Fair“ hat hohe Standards und hat mit dem „Fair“ Zusatz auch ein Siegel geschaffen, das endlich Bio und Fair in einem Siegel abdeckt, was ich persönlich schon längst überfällig finde.

Doch das alles ist anderen wie z.B El Puente immer noch zu lasch, zu bürokratisch, zu sehr an den eigentlichen Problemen vorbei, so dass sie sich den bestehenden Siegeln verweigern und ihr eigenes Ding machen. So ist es theoretisch gut möglich, dass ein Kaffee der kein offensichtliches „fair gehandelt“ Siegel hat jedoch unter maximal fairen Bedingungen entstanden ist. Auf der anderen Seite  kann ein zertifizierter Kaffee mit Siegel aber auch ein bißchen zuviel von der heilen Welt versprechen und bei genauer Recherche ist die Enttäuschung vorprogrammiert. Eine Tatsache, die es uns als Endverbraucher nicht leichter macht.

Ich denke, dass uns Fairer Kaffeehandel trotz dieser Undurchsichtigkeiten in jedem Fall interessieren sollte. Nicht zuletzt da wir in Deutschland zu den Top Abnehmern von Rohkaffee gehören und Kaffee nunmal nur in bestimmten Breitengraden in der Nähe des Äquators wächst und die Produzenten somit fast ausnahmslos Entwicklungs- und Schwellenländer sind.

Das beste scheint beim Kauf direkt nachzufragen, wo der Kaffee herkommt? Wenn es Siegel gibt, wofür sie genau stehen und wenn es keine gibt auch da nachzufragen wie der Kaffee denn produziert bzw. gehandelt wurde.

Was uns dann aber immer noch nicht erspart bleibt ist, das Faire Siegel nichts über die tatsächliche Qualität des Kaffees aussagen. Es bleibt also spannend.

Nachtrag: Den 100% Arabica Espresso aus Kamerun von El Puente den ich mir für 3,80 !!! (250g) mitgenommen hatte geht geschmacklich in Ordnung und veranschaulicht sehr gut wie Kaffee ohne  profitorientierten Zwischenhandel und ohne Siegel sogar noch „für meine Verhältnisse zumindest“ sehr günstig sein kann. Außerdem fiel mir positiv auf dass auch über den Kaffee (Anbauhöhe, Bodenbeschaffenheit, Bebauungsart usw.) auf der Verpackung zu lesen ist und nicht nur das übliche bla bla bla.

Cascara, Tee aus der Kaffeekirsche

Bei seinem letzten Besuch erzählte mir Götz, der in London wohnt und die dortige Kaffeekultur genießt, von Cascara, das er im Kaffeine in London getrunken hatte. Ich bekam direkt Lust dieses edle Getränk zu probieren, recherchierte jedoch nicht weit genug und kam nie über diesen Blogeintrag hinaus. Bei der Lektüre des wunderbaren Caffeine Magazines stieß ich erneut auf Cascara im Food-Pairing-Artikel von Jared Bryant, Chefkoch im Kaffeine. Dort stand auch, dass sie ihr Cascara über Has Bean beziehen. Und dieses Mal schritt ich zur Tat und nutzte die Gelegenheit etwas Kaffee und Cascara bei Has Bean zu bestellen. Seit Anfang der Woche experimentiere ich nun mit Cascara, und es schmeckt mir immer besser.

Bevor ich jedoch zu sehr ins Schwärmen gerate, sei gesagt, dass es sich bei Cascara um Tee aus der getrockneten Kaffeekirsche handelt. Normalerweise schaffen es nur die Bohnen der Kaffeekirsche zu uns nach Europa, der Rest der Kaffeekirsche wird entweder vor Ort zur Zubereitung von Tee verwendet, oder weggeworfen. In den letzten Tagen las ich, dass Cascara als »Kaffee der Armen« bezeichnet wird. Während ich den Gedanken gut finde so viel wie möglich von der Kaffeekirsche zu verwenden, in die von den Anbauenden so viel Energie und Sorgfalt investiert wird, hoffe ich, dass unser Import von Cascara die Preise vor Ort nicht so sehr in die Höhe treibt, dass er kein Kaffee mehr für Menschen sein kann, die sich Kaffee nicht leisten können. Um dies jedoch beurteilen zu können habe ich zu wenig Einsicht in die Zusammenhänge vor Ort – freue mich aber Eure Gedanken und Erfahrungen dazu zu lesen.

Auf die Frage wie Cascara zubereitet werden kann, lasse ich Stephen Leighton von Has Bean antworten:

Stephen schlägt also vor 12g Cascara mit 500ml Wasser aufzugießen, und dann 4 Minuten ziehen zu lassen. Anfangs habe ich mich direkt an dieses Verhältnis gehalten, heute war ich kurz abgelenkt und ließ das Cascara etwas länger ziehen und mir schmeckt das Ergebnis.

Cascara lässt sich direkt warm als Tee trinken. Mich erinnert er dann an Fürchte- oder Roibostee mit Anklängen von grünem Tee. Mich interessiert jedoch gerade eher eine Art Eistee mit Kohlensäure. Da Cascara ordentlich Koffein hat, könnte es zu einer wunderbaren Alternative zu Club Mate werden. In diese Richtung experimentiere ich gerade und trinke aktuell:

  • 500ml Cascara
  • 250ml Sprudel
  • Saft einer halben Zitrone
  • gesüßt mit etwas Agavendicksaft

Mich würde sehr interessieren welche Erfahrungen ihr mit Cascara gemacht habt, und wie Eure bovorzugte Zubereitungsmethode aussieht.

In Deutschland sind sie bisher noch nicht so einfach zu bekommen, bei der Berliner Kaffeerösterei und bei der Coffeethek bekommt man Pacamara Kaffeekirschentee, den ich allerdings noch nicht getrunken habe.

Die goldene Crema-Regel

An der Crema eines Espresso scheiden sich ja bekanntlich die Geister, darum hier in aller Kürze
eine bewährte Faustregel.

1. Wenn die Crema ohne sonstige Einwirkung nach einer Minute noch besteht ist sie – gut.

2. Wenn man in die Crema dauerhaft einen Smiley zeichnen kann dann ist sie – sehr gut.

3. Mit der ultimativen Crema hat man es allerdings nur zu tun, wenn die Crema so dicht ausgeprägt ist, dass sie den Espresso quasi wie ein Deckel oben verschliesst. Begünstigt durch die Oberflächenspannung kann man die Tasse dann sogar samt Espresso umdrehen.

 

Viel Spaß beim ausprobieren.

 

Crema

Nachtrag: Ich hoffe man konnte diesen Eintrag samt seines Inhalts in Bezug auf sein Erscheinungsdatum entsprechend zuordnen und keiner hat sich seine Klamotten mit einem Espresso versaut. Sollte natürlich nur ein Aprilscherz sein.