Wunderbarer Kaffee aus der AeroPress

Wir nähern uns gerade mit großen Schritten den World AeroPress Championships in West Melbourne. Bis zum 24. Mai finden noch in den unterschiedlichen Ländern Wettkämpfe statt und so verfolge ich die unterschiedlichen Zubereitungsmethoden der Teilnehmenden.

In einem Artikel der LA Times stieß ich gestern Abend auf ein Video, das Sprudge mit Andy Sprenger, dem amtierenden US-AeroPress-Champion, aufgenommen hat:

Diese Zubereitungsweise Sprengers wurde als innovativste Methode ausgezeichnet. Im Sprudge-Artikel fasst er sie folgendermaßen in Worte:

Place inverted Aeropress on a scale, tare, add 10 grams of coffee. “I used a fine drip grind,” Andy tells us after the competition. Trim down and pre-wet a V60 filter and carefully fold it on top of the Aeropress chamber. Add an additional 8 grams of coffee to the V60 filter.

Start your timer, and pre-infuse the V60 filter for about ten seconds with 203-205 degree water. Pulse pour 120 grams of water total over the course of a minute and a half. Carefully remove the V60 filter. Add an additional 150 grams of water to the Aeropress chamber (this’ll take around 20-25 seconds).

Pre-wet that Aeropress paper filter, cap the chamber, invert the Aeropress – and very slowly press it down. Gentle. Pour and enjoy.

Quelle: sprudge.com – Andy Sprenger’s Winning Aeropress Method

Auf diese Weise habe ich eben den wunderbaren Äthiopien Yirgacheffe Hachira von Johannes Bayer zubereitet. Eine sehr klare Tasse, die das Aroma des Kaffees zurückhaltend und dennoch klar zur Geltung bringt.

Worauf kommt es eigentlich an?

Ab heute läuft der Wettbewerb der Deutschen Röstergilde für Espresso und Filterkaffee. Mit 100 Mitgliedern ist die Deutsche Röstergilde ein starker Interessenverband, vielleicht sogar der stärkste in Deutschland, deren Mitglieder folgende strenge Kriterien erfüllen müssen.

Qualität
Gesundheitsbewusstsein
Fairness und Nachhaltigkeit
Transparenz

Genaueres kann man hier dazu nachlesen. Das Siegel ist eine gute Orientierung in der Kaffeewelt, da innerhalb der Röstergilde ausschließlich in Trommelröstern Langzeitgeröstet wird, was den wesentlichen Unterschied zum industriellen Rösten ausmacht.

Doch was mich an diesem Wettbewerb am meisten interessiert ist die Frage was genau, wie bewertet wird? Worauf kommt es an?

Da meines Wissens jeder einschicken kann was er möchte, oder eben für gut hält, kann es gut sein das neben Espressoblends (Arabica + Robusta) auch reinsortige Arabicas in der „Espresso Sparte“ verköstigt werden, was für mich irgendwie befremdlich wirkt. Ebenso gibt es bei den Filterkaffees alleine von der Herkunft einmal um den Globus so große Unterschiede, dass die in einer einzigen Rubrik ebenfalls eigentlich nicht zu fassen sind.

Hinzu kommt der Faktor „Rösten“. Wann ist ein Kaffee zu hell geröstet? Ab wann zu dunkel? Ich würde sagen vieles ist Ermessenssache und persönliche Vorliebe. Natürlich kann man durch Geruch, Geschmack, Mundgefühl usw. schon viel über einen Kaffee sagen, doch beim reinen Degustieren weiß man nicht wieviele der im Rohkaffee vorhandenen  Aromen beim Rösten tatsächlich „freigesetzt“ wurden und wieviele nicht, oder anders formuliert wieviel des Potentials wurde ausgeschöpft und wieviel blieb ungenutzt. Und genau das fände ich total spannend. Das könnte man viel eher beurteilen wenn man den Röstprozess auch mitverfolgen würde oder zumindest jeder Teilnehmer den gleichen Rohkaffee mit der gleichen Röstmaschine zu rösten hätte. Das fände ich ne prima Sache. Nur mal so als Anstoß