„Filterkaffee“ von Johanna Wechselberger

Wer anfängt sich für Kaffee zu interessieren und sogar so weit geht und nach entsprechender guter Literatur sucht um mehr Hintergrundwissen zu bekommen, der wird vermutlich schnell beim „Kaffeebuch“ von Johanna Wechselberger landen. Das „Kaffeebuch“ ist inzwischen vielerorts ein Standardwerk geworden und ich weiß von Kaffeeschulen, dass sie sogar ihren Unterricht darauf aufbauen. Es ist gut und übersichtlich aufgemacht und von A-Z wird hier so ziemlich alles erklärt was in Punkto Kaffee zu beachten wäre. Ein gutes Nachschlagewerk also.

Nun ist das neue Buch von Johanna Wechselberger  „Filterkaffee“ erschienen, in dem sie die Entwicklungen der letzten Jahre in der Spezialitäten Kaffee „Szene“ aufgreift. Es werden alle bekannten und unbekannten Methoden Filterkaffee zuzubereiten erklärt und passende Rezepturen gibt es auch gleich dazu.

Filterkaffee

Das Buch beginnt mit einem vor allem für „Einsteiger“ interessanten Basics Teil in dem u. a. auch Begriffe wie Extraktion, Unter- bzw. Überextraktion erklärt werden. Wer bereits weiß was  z. B. die Hydrolyse ist kann hier vermutlich gleich beim nächsten Teil einsteigen, allen anderen empfehle ich allerdings auch diesen „Theorie-Teil“ zu lesen.

Filterkaffee“ bietet eine gute und vor allem aktuelle Übersicht über die gängigsten Methoden und Werkzeuge die es momentan so gibt. Das Buch ist sehr schön aufgemacht, das fängt beim ansprechenden Cover an und hört bei den vielen Fotos im Buch auf. Es ist übersichtlich und sehr verständlich geschrieben, was man bei Kaffeebüchern leider nicht immer voraussetzen kann. Das besondere an dem Buch ist meiner Meinung nach, ähnlich wie beim Vorgänger auch, dass Johanna Wechselberger es schafft alles sehr sachlich und nicht wertend oder besser gesagt manches nicht abwertend zu erwähnen. Das macht dieses Buch so angenehm, sieht es in der Wirklichkeit doch oft einfach anders aus und es gibt genug Leute die eine bestimmte Zubereitungsmethode grundsätzlich ablehnen, eine andere wiederum als die Vollendete betrachten…

Das Buch gibt’s für 14,90 im Buchladen um die Ecke.

Fazit: Sollte jeder im Regal stehen haben.

Fußnote: Wer wie ich, selber Leuten Kaffee-Wissen weitervermittelt, weiß wie schwer es manchmal ist verständliche Begrifflichkeiten zu finden und Dinge und Zusammenhänge die man selbst verstanden hat weiterzugeben. Nicht zuletzt für solche Leute ist dieses Buch mit Sicherheit eine große Hilfe.

Die AeroPress, wie ich sie momentan verwende

Ich wollte mal wieder etwas darüber schreiben wie ich gerade meinen Kaffee mit der AeroPress zubereite. Diesen Eintrag hatte ich schon einige Male in Gedanken begonnen, mit der Lightbox des Jungen Fotos dafür aufgenommen, nur um kurz vor dem Formulieren wieder den Gefallen am aktuellen Ergebnis zu verlieren. Hier nun heute, ganz bewusst, eine Notiz mit der Bitte um Ergänzung und dem Wissen darum, dass sich dieses Rezept auch wieder ändern wird.

Meine aktuellen harten Fakten sind:

  • 15g Kaffee / mittel-grob gemahlen
  • 220g Wasser bei 88 Grad
  • inverted, also mit umgekehrter AeroPress
  • Extraktionszeit: 2 Minuten

Mit dem Verhältnis von Kaffee und Wasser bin ich sehr zufrieden. Die Temperatur des Wassers scheint mir auch gut zu passen, vor Allem um die fruchtigen Anteile des Kaffees zur Geltung zu bringen.

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Woran ich immer wieder kleine Änderungen vornehme sind der Mahlgrad. Mit manchen Kaffees bekomme ich eine deutlich bessere Tasse wenn ich den Kaffee feiner mahle.

Wie oft ich rühre und ob ich zunächst mit einer kleineren Menge quellen lasse, hängt irgendwie von meiner Tagesform ab. Falls mir jemand etwas gutes zum Quellen lassen von Kaffee in der AeroPress schreiben möchte, bin ich dankbar.

Der Hauptunterschied meiner Zubereitung liegt also in der Entscheidung ob ich den Kaffee mit 50g Wasser quellen lassen. Entscheide ich mich dafür fülle ich das Wasser ein, rühre kurz und gründlich um, warte dann bis 30 Sekunden vergangen sind, fülle das restliche Wasser nach, und rühre nochmals gründlich in der Zeit zwischen 50 Sekunden und einer Minute. Dann schraube ich den Deckel auf, stelle ein Vakuum her, indem ich die Luft entwichen lasse und anschließend den Kolben leicht zurück ziehe.

Entscheide ich mich gegen das Quellen, fülle ich gleich zu Beginn die 220g Wasser ein. Warte einen Moment und rühre den Inhalt der Kammer für ca. 15 Sekunden gründlich. Danach schraube ich den Deckel auf und erstelle das Vakuum.

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Irgendwann zwischen 1:15 und 1:20 setze ich die AeroPress auf das Gefäß in das ich den Kaffee pressen möchte und beginne gegen 1:20 damit langsam und gleichmäßig den Kolben nach unten zu pressen, so dass die Kammer um Minute Zwei herum leer ist. Ich stoppe kurz bevor das Geräusch entweichender Luft zu hören ist.

Bevor ich den Kaffee genieße dekantiere ich ihn 4 Mal. Auf diese Weise erhalte ich eine klare Tasse Kaffee mit deutlichen Fruchtnoten und einem angenehmen Körper.

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