Cascara, Tee aus der Kaffeekirsche

Bei seinem letzten Besuch erzählte mir Götz, der in London wohnt und die dortige Kaffeekultur genießt, von Cascara, das er im Kaffeine in London getrunken hatte. Ich bekam direkt Lust dieses edle Getränk zu probieren, recherchierte jedoch nicht weit genug und kam nie über diesen Blogeintrag hinaus. Bei der Lektüre des wunderbaren Caffeine Magazines stieß ich erneut auf Cascara im Food-Pairing-Artikel von Jared Bryant, Chefkoch im Kaffeine. Dort stand auch, dass sie ihr Cascara über Has Bean beziehen. Und dieses Mal schritt ich zur Tat und nutzte die Gelegenheit etwas Kaffee und Cascara bei Has Bean zu bestellen. Seit Anfang der Woche experimentiere ich nun mit Cascara, und es schmeckt mir immer besser.

Bevor ich jedoch zu sehr ins Schwärmen gerate, sei gesagt, dass es sich bei Cascara um Tee aus der getrockneten Kaffeekirsche handelt. Normalerweise schaffen es nur die Bohnen der Kaffeekirsche zu uns nach Europa, der Rest der Kaffeekirsche wird entweder vor Ort zur Zubereitung von Tee verwendet, oder weggeworfen. In den letzten Tagen las ich, dass Cascara als »Kaffee der Armen« bezeichnet wird. Während ich den Gedanken gut finde so viel wie möglich von der Kaffeekirsche zu verwenden, in die von den Anbauenden so viel Energie und Sorgfalt investiert wird, hoffe ich, dass unser Import von Cascara die Preise vor Ort nicht so sehr in die Höhe treibt, dass er kein Kaffee mehr für Menschen sein kann, die sich Kaffee nicht leisten können. Um dies jedoch beurteilen zu können habe ich zu wenig Einsicht in die Zusammenhänge vor Ort – freue mich aber Eure Gedanken und Erfahrungen dazu zu lesen.

Auf die Frage wie Cascara zubereitet werden kann, lasse ich Stephen Leighton von Has Bean antworten:

Stephen schlägt also vor 12g Cascara mit 500ml Wasser aufzugießen, und dann 4 Minuten ziehen zu lassen. Anfangs habe ich mich direkt an dieses Verhältnis gehalten, heute war ich kurz abgelenkt und ließ das Cascara etwas länger ziehen und mir schmeckt das Ergebnis.

Cascara lässt sich direkt warm als Tee trinken. Mich erinnert er dann an Fürchte- oder Roibostee mit Anklängen von grünem Tee. Mich interessiert jedoch gerade eher eine Art Eistee mit Kohlensäure. Da Cascara ordentlich Koffein hat, könnte es zu einer wunderbaren Alternative zu Club Mate werden. In diese Richtung experimentiere ich gerade und trinke aktuell:

  • 500ml Cascara
  • 250ml Sprudel
  • Saft einer halben Zitrone
  • gesüßt mit etwas Agavendicksaft

Mich würde sehr interessieren welche Erfahrungen ihr mit Cascara gemacht habt, und wie Eure bovorzugte Zubereitungsmethode aussieht.

In Deutschland sind sie bisher noch nicht so einfach zu bekommen, bei der Berliner Kaffeerösterei und bei der Coffeethek bekommt man Pacamara Kaffeekirschentee, den ich allerdings noch nicht getrunken habe.